Warum sich all das nicht rechtfertigen lässt

Es geht um Patientenschutz – und mehr

Die Sonderrechte der Homöopathie im Arzneimittel- und Sozialrecht sind unvertretbar

Schon als 1976 das Arzneimittelgesetz verabschiedet wurde, waren die Sonderregeln für Homöopathie (und Anthroposophie) mit der Absicht des Gesetzes unvereinbar.Nämlich mit dem erklärten Ziel, für Arzneimittelzulassungen (endlich) strenge Zulassungsvoraussetzungen zu schaffen. Heute, wo keinerlei Zweifel mehr an der medizinischen Unwirksamkeit der Homöopathie besteht, gilt das erst recht. Deshalb müssen diese Sonderrechte fallen – so bald wie nur immer möglich.

Die negativen Folgen dieser Sonderrechte sind vielfältig

Wir alle zahlen Sozialversicherungsbeiträge zur Finanzierung unwirksamer Scheinmedizin. Das ist nicht unwichtig, aber geht es vorrangig ums Geld? Unserer Ansicht nach gibt es viel Wichtigeres:

Viele Menschen halten Homöopathie für zumindest gleichwertig zur wissenschaftlichen Medizin und gefährden damit unter Umständen ihre Gesundheit. Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse wird untergraben, Misstrauen gegenüber der wissenschaftlichen Medizin wird gefördert. Das wirkt sich auch anderweitig aus, wie beispielsweise neuere Studien zur Beziehung zwischen Homöopathiegeneigtheit und geringer Imofbereitschaft zeigen. Ganz zu schweigen davon, dass die Homöopathie nicht davor zurückscheute, sich sogar in der Corona-Pandemie als „Alternative“ bei Vorbeugung und als Heilmittel zu präsentieren. Unsäglich!

Die Grenze zwischen Medizin und allem anderen ist die wissenschaftlich nachgewiesene Wirksamkeit

Es gibt nur eine Medizin: Nämlich die, die über die bei jeder Behandlung und kümmernden Zuwendung immer vorhandenen Effekte wie Placebo hinaus wirkt. Das ist wissenschaftlich solide zu belegen. Deshalb gibt es auch keine „Alternativmedizin“ und auch keine „Schulmedizin“ (die wir besser wissenschaftliche Medizin nennen).

Homöopathie gehört ganz eindeutig nicht zur Medizin in diesem Sinne. Sie soll nicht „verboten“ werden, soll aber ihren Platz außerhalb der Medizin und außerhalb des Sozialversicherungssystems finden!

Die Politik tut sich leider schwer mit dem Thema und die Lobby der Homöopathie tritt geschlossen auf, ist finanzstark und gut organisiert. Sollte das eine Rolle spielen? Oft heißt es, das Thema sei „heikel“. Dabei wird offensichtlich auf die immer wieder ins Feld geführte „Beliebtheit“ der Homöopathie angespielt. Jedoch ist erstens „Beliebtheit“ kein Kriterium, das es erlauben würde, die Realität (die medizinische Unwirksamkeit) auszublenden und zweitens wird auch ohne gesetzliche „Adelung“ diese für jede/n, der sie – hoffentlich aufgeklärt – nutzen will, weiter verfügbar bleiben. Nein, das Problem „Homöopathie im Gesundheitswesen“ ist eindeutig und entscheidungsreif wie kaum etwas anderes. Es geht um PatientInnenschutz.


Die Folgen des Sonderstatus der Homöopathie schaden jedem Einzelnen von uns und unserer Gemeinschaft insgesamt!


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